Die documenta gilt als eine der bedeutendsten und weltweit am
meisten beachteten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. Ins Leben gerufen
wurde sie 1955 von dem Künstler und Kunsterzieher Arnold Bode in Kassel. Nach
den Jahren der nationalsozialistischen Diktatur sollte sie die deutsche
Öffentlichkeit mit der internationalen Moderne und mit der eigenen gescheiterten
Aufklärung konfrontieren und versöhnen.
Niemand hätte damals gedacht, dass die Ausstellung, oft als
"Museum der 100 Tage" bezeichnet, zu einem beispiellosen Erfolg werden sollte -
und doch findet im Sommer 2007 die nunmehr zwölfte documenta statt. Der
singuläre Charakter hat sich erhalten: Es wird alle fünf Jahre eine neue
Leiterin, ein neuer Leiter bestimmt und die Ausstellung gleichsam neu erfunden.
Ein Konzept, das sich bewährt hat. Bei der documenta 11 wurden über 650.000
Besucherinnen und Besucher gezählt. Unter stets wechselnder Regie, und im ebenso
gemächlichen wie unerbittlichen Rhythmus von fünf Jahren, ist die documenta zu
einem weltweit verbindlichen Seismographen der zeitgenössischen Kunst
avanciert: Auf jeder documenta zeigt es sich, ob es der Kunst gelingt, die Welt
in Bilder zu fassen und ob diese Bilder für ihr Publikum Gültigkeit haben.
Roger M. Buergel ist künstlerischer Leiter der documenta
12
Künstlerischer Leiter der documenta 12 ist Roger M. Buergel, ein
international tätiger Ausstellungsmacher und Kurator, der 1962 in Berlin geboren
wurde. Mit der Kunsthistorikerin Ruth Noack als Kuratorin wird er, dem Anspruch
der documenta gemäß, Kunst aus den verschiedenen Weltreligionen und aller
Medien zeigen. Dabei sollen die Werke nicht beziehungslos aneinander
gereiht, sondern zueinander ins Verhältnis gesetzt werden.
Um einen solchen produktiven Austausch anzustoßen, stellt die
documenta 12 der Kunst, aber auch ihrem Publikum, einige Fragen:
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Ist die Menschheit imstande, über alle Differenzen hinweg,
einen gemeinsamen Horizont zu erkennen?
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Ist die Kunst das Medium dieser Erkenntnis?
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Was ist zu tun, was haben wir zu lernen, um der Globalisierung
seelisch und intellektuell gerecht zu werden?
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Ist das eine Frage ästhetischer Bildung?
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Was eigentlich macht das Leben aus, wenn man all das abzieht,
was nicht wesentlich zum Leben gehört?
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Hilft uns die Kunst auf die Sprünge, um zum Wesentlichen zu
gelangen?