Wicker-Magazin 13. Ausgabe 2007 - Die Zeitschrift der Wicker-Gruppe


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Winterdepression, ade!

Der Fachmann nennt sie "saisonal abhängige Depression", der Laie kennt sie als Winterdepression. Barbara-Rose Legeler bringt Licht ins Dunkel- und sagt, worauf man achten muss, wenn der "Winterblues" bleibt.

Frau Legeler, rund 800.000 Menschen haben es im Winter nicht leicht. Sie sind energielos und ständig müde ... 
Legeler: Für die saisonal abhängige Depression sind mangelnde Dauer und geringe Intensität natürlicher Beleuchtung die Ursachen. Hormonelle Rückkopplungen, die durch intensiven Lichteinfluss im Frühjahr und Sommer ausgelöst werden, sind stark reduziert. In den skandinavischen Staaten sind die Folgen mangelnden Lichts extrem, die Selbstmordrate ist dort hoch. Man sollte das Ganze also nicht herunterspielen, vor allem nicht, wenn die Depression chronisch wird.

Was kann man gegen die Winterdepression tun? Müssen Medikamente her oder helfen - wie beim Schnupfen - Hausmittel?
Legeler: Die Zeit der sogenannten Winterdepression dauert in der Regel von November bis Februar. Einfachste Mittel dagegen sind vitaminreiche Ernährung und soviel Bewegung wie möglich an der frischen Luft. Ein Besuch im Sonnenstudio kann auch helfen.

Und was halten Sie von der neuen Lichttherapie, bei der man sich 1 Stunde vor ein Gerät mit 2.500 Lux setzt?
Lichttherapie kann helfen, meistens reicht es schon aus, die belichtete Tageszeit auszunutzen, um sich nicht von künstlicher Bestrahlung abhängig zu machen. Dazu kann man auch in der Mittagspause um den Block gehen statt in der Kantine zu sitzen. Körperliche Bewegung wirkt stimmungsaufhellend, dafür muss man aber nicht gleich zum Marathonläufer werden. Vom Schreibtisch aufstehen, zum Fenster gehen, es öffnen und durchatmen ist ein Anfang. Anzuraten ist auch immer, fettes, unverdauliches Essen zu meiden. Sich mit Freunden treffen, Spiele machen statt vor dem Fernseher zu sitzen, den Kopf beschäftigen, zum Beispiel mit Kreuzworträtseln oder mit anregenden Büchern. Also nicht nur die Beine bewegen, sondern auch die Gehirnzellen.

In einigen Wochen fängt ja das Frühjahr an. Kommt man dann vom Regen in die Traufe, also von der Winterdepression in die Frühjahrsmüdigkeit?
Wenn man seit November nur auf dem Sofa gesessen hat, wundert es nicht, wenn man im Frühjahr nicht in die Gänge kommt. Hier hilft nur ein selbst verordnetes Fitnessprogramm, das man mit vitaminreicher Kost ergänzen kann. Man sollte sich auch selbst bestärken, das Denken über sich selbst ändern. Wer sagt "Immer bin ich depressiv" bestärkt sich anders als jemand der sagt "Im Winter bin ich bisher depressiv geworden". Da lässt man sich die Zukunft offen. Wichtig ist, mit sich selbst gut umzugehen, sich selbst zu aktivieren aber ohne sich zu zwingen. Wichtig ist auch, den Tagesablauf abwechslungsreicher zu gestalten. Also nicht immer dasselbe essen, dieselben Wege gehen, dieselben Beschäftigungen.

Wenn die Winterdepression nicht weichen will, was sollte man dann tun?
Wir alle kennen ja Tage, wo wir nicht aus dem Bett kommen, wo es schwieriger wird, aufzustehen. Wo man am liebsten zu Hause bleiben würde. Das ist alleine für sich keine Erkrankung. Wenn dieser Zustand über Wochen anhält, wenn man tatsächlich liegen bleibt, wenn man nicht mehr schafft zur Arbeit zu gehen, Schlafstörungen bekommt, infektanfälliger wird und sich Ängste und Schuldgefühle einstellen, wenn man Angst vor dem Tag entwickelt, nicht mehr aus dem Haus geht, hat das Ganze Krankheitscharakter. Man sollte dann in jedem Fall seinen Hausarzt aufsuchen, der weitere Schritte einleitet.

Haben Sie einen persönlichen Tipp für Bad Oeynhausen, um sich gut im Frühjahr in die Gänge zu bringen?
Ich empfehle ganz einfach den Gang durch den Kurpark. Genießen Sie die erwachende Natur. Perspektive zu entwickeln fällt oft leichter, wenn die Natur Perspektive entwickelt. Und wenn Sie können: arbeiten Sie im Garten.

Quellenangabe: Momente 1/2006 | Sabine Hackmann


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Aktualisiert am 02.07.2010 - Erstellt mit Zeta Producer Desktop CMS